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Die Kakaobohne: menschliche Sünde oder Superfood?

Die Kakaobohne: menschliche Sünde oder Superfood?

 
Auch wenn wir heutzutage Schokolade als Speise der Götter bezeichnen, steht diese Bezeichnung ursprünglich für die rohe Kakaobohne. Ob die Kakaobohne tatsächlich göttlich ist und ob sie nur eine menschliche Sünde oder doch ein Superfood ist, erfährst du in diesem Artikel. 

Inhalt:

Die bis zu 30cm großen Kakaobohnen wachsen an Baeumen

 

Quelle der süßen Nascherei.

Der Ursprung der Kakaobohne liegt in Südamerika. Bereits 1000 v. Chr. verwendeten Menschen die Frucht des Kakaobaums. Im 14. Jahrhundert verwendeten die Azteken die Frucht als Opfergabe, als Mittel zum Bezahlen und für ein berauschendes Getränkt. Der botanische Name des Kakaobaums lautet theobroma cacao. Er stammt aus dem Griechischen und bedeutet Speise der Götter. Das Anbaugebiet des Kakaobaums liegt in den wärmsten und regenreichsten Tropenregionen. Hauptanbauländer sind die Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Ecuador und Kamerun. Einige Anbaugebiete liegen auch in Mittel- bis Süd-Amerika und in Südostasien. Weltweit werden jährlich um die 4,4 Millionen Tonnen Kakaobohnen geerntet, von denen die Elfenbeinküste allein fast 40% erntet. Die Hauptabnehmer sind, wie wohl nicht anders zu erwarten ist, die Niederlande, Deutschland und die USA. Die Hauptprodukte aus der Kakaobohne sind Kakao und Schokolade. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt pro Jahr ungefähr 9,6 Kilogramm Schokolade.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ernte und Verarbeitung der Kakaobohne

Das Innere der Kakaobohne enthält Kakaobohnen und weißes Fruchtfleisch 
Die Ernte der Kakaoschote erfolgt zweimal jährlich und besteht aus dem Abschlagen der bis zu 32 cm großen Schote vom Baum. Jede Schote wird geöffnet, sodass die 30-40 Kakaobohnen und das Fruchtfleisch herausgelöst werden können.
Als nächstes werden die Kakaobohnen fermentiert. Bei diesem Gärungsprozess wird das Fruchtfleisch in Alkohol umgewandelt. der Alokohol entweicht dabei, sodass am Ende nur noch die Kakaobohnen, wie wir sie kennen, zurückbleiben.
Bei diesem Schritt werden zwar einige Vitalstoffe zerstört, dafür werden aber gesundheitsschädliche Gerbstoffe abgebaut und die Bitterkeit der Kakaobohne gemildert. Vor dem Versand werden die Kakaobohnen getrocknet. Die rohe Kakaobohne kann nun nach Belieben verwendet werden.
 
 
 
getrocknete Kakaobohnen sehen so aus, wie wir sie kennen.
 
Zur Weiterverarbeitung als Schokolade werden die Bohnen geröstet. Dabei verlieren sie an Größe und Gewicht, sowie an Nährstoffen. Danach wird erst die Schale entfernt, sodass die Kakaobohnen zu einem dickflüssigen Brei zermahlen werden können. In diesem Schritt werden auch die anderen Zutaten, wie Zucker, Kakaobutter und Aromastoffe, je nach Schokoladensorte, untergemengt. Bevor die Schokolade in Formen gefüllt wird, wird sie conchiert. Das Conchieren bezeichnet das ständige Rühren bei niedrigen Temperaturen, bei dem die Schokolade erneut an Bitterkeit verliert. Dabei können einzelne Aromen herausgearbeitet werden. 

 

 Das Superfood.

Die rohe Kakaobohne erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit wegen ihrer tollen Inhaltsstoffe. Rund 300 Inhaltsstoffe wurden bereits entdeckt. Eine Auswahl wird im Folgenden vorgestellt. 
 
Die Kakaobohne enthält unter anderem Magnesium, Calcium und Eisen. Magnesium wirkt sich positiv auf den Knochenbau, die Gehirnleistung und den Muskelaufbau aus und wirkt krampflösend. 100 g von der Kakaobohne enthalten 500 mg Magnesium, in der gleichen Menge an Nüssen sind dagegen nur 200 mg enthalten. Calcium ist gut für die Knochen und die Zähne. 100 g Kakaobohne enthalten 160 mg davon, in Milch ist dagegen nur 120 mg enthalten. Eisen ist an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt und am Sauerstofftransport. 7,3 mg Eisen sind in der Kakaobohne enthalten, im Fleisch dagegen nur 2,5 mg. Die  Kakaobohne ist außerdem reich an Antioxidantien. Diese fangen im Körper freie Radikale und helfen damit der Krebs-Prävention und gegen die vorzeitige Hautalterung. Auch Flavonoide sind in der Kakaobohne in großer Vielzahl vorhanden. In Blaubeeren sind 61 davon zu finden, in der Kakaobohne 621. Flavonoide reduzieren die Stresshormone, weiten die Blutgefäße und senken das Herzinfarktsrisiko. Außerdem stehen sie in Verdacht die kognitive Leistungsfähigkeit, die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, sowie die Informationsverarbeitung verbessern zu können. 
 
Die Kakaobohne enthält außerdem auch Theobromin, das den Hustenreiz lindern und sogar den Erkältungsausbruch verhindern kann. Bei einem zu starkem Verzehr von Theobromin können jedoch Kopfschmerzen und Herzrasen auftreten. Auch verschiedene Aminosäuren sind in der Kakaobohne enthalten, die die Ausschüttung von Neurotransmittern im Gehirn fördern. Zu diesen Aminosäuren gehören Serotonin, Phenylethylamin und Anandamid. Serotonin gilt als natürliches Antidepressivum. Phenylethylamid ist der „Stoff des Verliebtseins“ und steigert Stimmung und Konzentration und macht wach. Anandamid ist auch in Morphium enthalten und hat eine ähnliche Wirkung wie Cannabis. Anandamid macht ausgeglichen, entspannt und glückselig. Um jedoch von der Kakaobohne in einen Rausch zu verfallen, müssten 20 kg Schokolade auf einmal gegessen werden. Der Rauschzustand wird hiermit also nicht erreicht. Außerdem enthält die Kakaobohne noch viele ungesättigte Fettsäuren, die gut für das Herz und den Cholesterinspiegel sind, sowie Ballaststoffe, die die Verdauung ankurbeln und die Darmflora stärken. Um die Nährstoffe der Kakaobohne nicht zu zerstören, sollte diese nicht über 42°C erhitzt werden.
 
Der Satz „Schokolade macht glücklich.“ kommt folglich nicht von ungefähr.
Dennoch sollte Schokolade, wegen des hohen Fettanteils von 50% und Zuckergehalts, nur in Maßen genossen werden, denn sonst macht Schokolade tatsächlich dick. Ein Stück am Tag kann sich jedoch jeder gönnen, denn Kakaobohne ist gesund. Am besten Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil und aus einer fairer Produktionsstätte wählen. 
 

"Rettet die Erde, sie ist der einzige Planet auf dem es Schokolade gibt.“ 

Dieses Zitat von Dianne Castell sollte tatsächlich sehr ernst genommen werden. Der Klimawandel gefährdet nämlich auch den Kakaobaum, weil dieser eine sensible Pflanze ist. Für ein gutes Wachstum und eine gute Ernte benötigt er Temperaturen zwischen 16°C und 30°C und geringe Temperaturschwankungen. Außerdem ist der Kakaobaum ein Schattengewächs und mag keine direkte Sonneneinstrahlung, sodass er größere Bäume für ein perfektes Wachstum benötigt. Auch der Niederschlag muss regelmäßig und mit relativ hohen Mengen erfolgen. Regnet es zwei Monate in Folge zu wenig, ist mit Ernteausfällen zu rechnen, weil der Baum zu verwelken beginnt. 
 
Bis 2050 soll sich das Anbaugebiet des Kakaobaums drastisch verkleinern, da sich durch den Temperaturanstieg die Klimazonen verändern. Für die Elfenbeinküste und Ghana prognostizieren die Forscher längere Dürreperioden und einen geringerer Niederschlag, sodass sich die Anbaugebiete in diesen Ländern von 250 Meter auf 400 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel verschieben. Nach einem Ausweg wird jedoch schon gesucht. Die Forschung arbeitet an resistenteren Bäumen, die auch unter extremeren Bedingungen gedeihen können. Außerdem werden durch die Temperaturverschiebungen andere Anbaugebiete entstehen. Unsere heiß geliebte Schokolade ist also erstmal sicher, jedoch sind mit Preissteigerungen zu rechnen. Der drohende Verlust der Schokolade ist allerdings ein weiterer guter Grund, um sich für die Erde und ein nachhaltigeres Leben einzusetzen und die Schokolade als Genussmittel zu betrachten.
 
 unterschiedliche Süßigkeiten aus Schokoladen und ein Scrabble rund um Schokolade

Schon gewusst?

Das in der Kakaobohne enthaltene Theobromin ist für Tiere wie Katzen, Hunde und Pferde giftig. Je nach Sensibilität kann es bei ihnen Übelkeit hervorrufen oder sie sogar töten. Tieren also auf gar keinen Fall Schokolade oder andere kakaohaltige Nahrungsmittel fressen lassen.
 

Schon probiert?

Neben der weißen, braunen und schwarzen Schokolade gibt es seit ein paar Jahren auch die pinke. Den Farbton verdankt die Ruby-Schokolade der besonderen Kakaobohne und dem abgewandelten Herstellungsprozess. Auch geschmacklich stellt diese Schokolade eine Besonderheit dar, denn sie schmeckt fruchtig nach Beeren und dafür weniger schokoladig. Ob sie den Markt erobern kann, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.  
 
 
Die Kakaobohne ist tatsächlich göttlich. Ihr wunderbarer Geschmack und ihre Vielfalt an Inhaltsstoffen machen sie einzigartig und kostbar. 
 
Quelle: Pixabay

 

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